Wie funktioniert ein Planetarium?

Shownotes

Fred Fuchs und Lea wollten eigentlich draußen einen funkelnden Sternenhimmel bestaunen… doch statt vieler leuchtender Punkte entdecken sie nur dunklen Himmel und einen einzigen, müden Stern.

Lea macht sich auf die Suche nach Antworten und trifft die Journalistin Jessica vom Mannheimer Morgen. Sie erklärt, warum die Sterne über der Stadt fast verschwinden – und warum das Planetarium Mannheim der beste Ort ist, um trotzdem durchs Universum zu reisen.

Gemeinsam erfahrt ihr, wie ein Planetarium funktioniert, warum die Sterne dort nicht angeklebt sind, wie die riesige Kuppel entsteht und weshalb Mannheim schon seit über hundert Jahren ein besonderes Sternentheater hat.

Transkript anzeigen

00:00:00: Fried Fuchs

00:00:01: fragt nach.

00:00:02: Der Kinder-Podcast vom Mannheimer Morgen und Radio Regenburg.

00:00:06: Schau mal, Fried.

00:00:07: Da, der Stern da vorne,

00:00:09: der leuchtet ganz

00:00:10: hell.

00:00:10: Siehst du den?

00:00:11: Wo?

00:00:12: Ja, da.

00:00:13: Ich zeig doch mit dem Finger hin, direkt über den großen

00:00:16: Baum.

00:00:17: Ich seh gar nix.

00:00:20: Ja, okay, jetzt seh ich ihn auch nicht mehr.

00:00:23: Also, ich hab mir Sterne gucken, irgendwie

00:00:26: ganz...

00:00:26: das vorgestellt, Lea.

00:00:28: Ich dachte, man sieht so riesige Scharen an

00:00:32: Funkeldingern oben am Hemd.

00:00:34: Vielleicht machen wir irgendwas falsch?

00:00:37: Vielleicht gucke ich auch Schien.

00:00:39: Nee, glaube ich jetzt nicht.

00:00:41: Aber wenn es eine Möglichkeit gäbe, die Sterne so richtig sichtbar zu machen, das wäre was, oder?

00:00:46: Ja!

00:00:48: Ich glaube, ich habe da eine Idee.

00:00:50: Echt?

00:00:50: Wo?

00:00:51: Sag Sag's mir sofort, sag's mich jetzt sofort!

00:00:55: Ich glaube, ich muss da mal rüber zu Mannheimer Morgan, zu Jessica.

00:00:58: Ich glaube nämlich, dass die großer Sternen-Fan ist und sich da auskennt.

00:01:04: Oh ja, fragt sie schnell und vielleicht kennt sie einen Sternen-Super-Cookort-Sternen-Mega-Platz-Sternen-Dingsbums-Halt.

00:01:16: So oder so ähnlich oder vielleicht fällt ja noch was Besseres ein.

00:01:21: Hallo Jessica, schön, dass du Zeit hast.

00:01:23: Hallo Lea, worum geht's denn heute?

00:01:25: Du, ich war letztens mit Fred Sterne schauen, aber ja, das ist irgendwie nicht so gelaufen, wie wir uns das vorgestellt haben.

00:01:32: Wir hatten total Schwierigkeiten, überhaupt irgendwelche Sterne zu sehen.

00:01:37: Dabei waren aber kaum Wolken am Himmel, also wir wissen, um ehrlich zu sein, gar nicht so wirklich, was wir falsch gemacht haben.

00:01:44: Ich glaub, ihr habt gar nichts falsch gemacht.

00:01:45: Das liegt eher an der Stadt.

00:01:47: Hier ist es so hell, dass man viele Sterne gar nicht mehr richtig erkennen kann.

00:01:51: Das nennt man Lichtverschmutzung.

00:01:53: Vor allem mitten in der Stadt sieht man fast nur die allerdichsten Sterne.

00:01:56: Lichtverschmutzung, also wie Müll, aber aus Licht?

00:02:00: Ein bisschen so.

00:02:02: Stell dir vor, der Himmel müsste eigentlich pech-schwarz sein.

00:02:05: Aber überall in der Stadt brennen Lampen, Reklam, Scheinwerfer.

00:02:09: Dadurch wird der Himmel hellgrau und kleine Sterne sieht man auf hellgrau eben einfach kaum.

00:02:13: Okay, deshalb ist es also so.

00:02:15: Ja, Fred war ganz enttäuscht, er wollte so viele Sterne sehen.

00:02:20: Weißt du, wo wir hingehen könnten, wo man vielleicht richtig viele sieht?

00:02:24: Vielleicht ja in dieser Sternwarte, damit der großen Kuppel und den vielen sitzen?

00:02:31: Ollea, ich glaub, du meinst gar nicht die Sternwarte.

00:02:34: Oh, okay.

00:02:35: Du meinst wahrscheinlich das Planetarium.

00:02:37: Ah, okay.

00:02:37: Das ist nämlich das Gebäude mit der riesigen Kuppel und den vielen Sitzen innen drin.

00:02:42: Okay, na gut, ich dachte immer im Planetarium sehe ich die echten Sterne, also so die richtigen aus dem All, ne?

00:02:49: Das denken viele.

00:02:51: Aber im Planetarium siehst du eine Simulation, also ein nachgebauter Sternenhimmel.

00:02:56: Allerdings einer, der so echt aussieht, dass man total weg ist, dass es gar keine echten Sterne sind.

00:03:02: Okay, und wie funktioniert das?

00:03:04: Also sind die Sterne an der Decke angeklebt, oder wie kann ich mir das vorstellen?

00:03:08: Nein, die klebt niemand da fest.

00:03:11: In der Mitte vom Saal steht ein ziemlich beeindruckendes Gerät, der Sternenprojektor.

00:03:17: Der hat eine superhelle Lampe in der Mitte und ganz viele winzige Öffnungen außen.

00:03:21: Durch die leuchtet das Licht wie durch Stecknadellöcher und dadurch entstehen die Sternenpunkte an der großen Kuppel.

00:03:28: Also wie eine riesige Taschenlampe und ganz viele Mini-Löcher quasi?

00:03:34: Genau.

00:03:34: Und die Decke ist auch keine normale Decke, sondern eine riesige Kuppel, also gewölbt.

00:03:39: Sie besteht aus ganz vielen Aluminiumplatten mit Millionen winziger Löcher, damit Luft und auch Musik durchkommen.

00:03:46: Und woher weiß dieser Projektor dann, wo die Sterne alle genau hin müssen?

00:03:50: Der Projektor ist wie ein riesiger, extrem genauer Sternkatalog.

00:03:55: Er kennt die Position von über neuntausend Sternen und projiziert sie genau dorthin, wo sie auch am echten Himmel stehen würden.

00:04:02: Okay, krass.

00:04:03: Und gibt es nur dieses eine Planetarium bei uns in Mannheim?

00:04:07: Nein, auf der ganzen Welt gibt es welche.

00:04:10: In Deutschland sind es zehn große, aber das in Mannheim gehört zu den wichtigsten.

00:04:14: Und es hat eine ganz besondere Geschichte.

00:04:16: Oh, dann erzähl mal.

00:04:17: Schon in nineteenundzwanzig, also vor fast einhundert Jahren, haben sich die Menschen schon darüber beklagt, dass man mit dem bloßen Auge kaum Stern am Himmel sehen kann.

00:04:28: Also baute man ein Planetarium.

00:04:30: Übrigens eines der Ersten der ganzen Welt.

00:04:33: Die Leute waren damals total beeindruckt.

00:04:35: Du musst wissen, dass es zu einer Zeit war, als die wenigsten Menschen einen Fernseher hatten.

00:04:39: Das war für sie quasi wie Kino.

00:04:41: Aber im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude dann zerstört.

00:04:44: Danach hatte man im Ganzen dreißig Jahre lang keinen Sterntheater mehr.

00:04:47: Oh, das ist eine ganz schöne lange Zeit.

00:04:49: Absolut.

00:04:50: Erst zur Bundesgartenschau.

00:04:51: Also nicht die, die in der Du mit Fred ja auch warst, sondern die davor, vor ungefähr fünfzig Jahren.

00:04:58: Da haben sich viele Mannermeirinnen und Mannheimer dafür eingesetzt, dass ein neues Planetarium entsteht.

00:05:03: Der berühmte Wissenschaftler Heinz Haber hat mit echtem Mondgestein nochmals richtig für Begeisterung gesorgt.

00:05:09: Und so entstand das heutige Planetarium.

00:05:12: Es wurde Nineteinundachtzig eröffnet und sieht aus wie eine moderne Pyramide.

00:05:16: Das ist richtig coole Geschichte.

00:05:18: Jetzt muss ich aber doch noch mal nachfragen.

00:05:20: Eine Sternwarte, die hat doch aber auch was mit Sternen zu tun, oder?

00:05:25: Die Sternwarte zeigt echter Sterne mit Teleskopen.

00:05:28: Aber dafür braucht man gutes Wetter und Dunkelheit.

00:05:31: Das Planetarium dagegen ist wie ein Raumschiff.

00:05:34: Es zeigt ihr alles, egal wann und wie.

00:05:36: Viele Kinder gehen erst ins Planetarium und schauen sich dann später in einer Sternwarte den Echten Himmel an.

00:05:41: Okay, da müssen wir das auch unbedingt mal machen.

00:05:44: Erst ins Planetarium und irgendwann dann auch mal auf die Sternwarte.

00:05:47: Der Fräbt wird sich richtig freuen.

00:05:49: Danke, Jessica, für die ganzen Infos.

00:05:51: Viel Spaß.

00:05:51: Wenn ihr wieder was entdecken wollt, sag einfach

00:05:53: Bescheid.

00:05:54: Mach ich.

00:05:56: So, Fred, ich hab mit Jessica gesprochen.

00:05:58: Sehr gut, was hat sie denn gesagt?

00:06:00: Naja, dass man in Mannheim kaum Sterne sieht, weil es so

00:06:04: hell ist.

00:06:05: Ich glaub, davon hab ich schon mal was gehört.

00:06:08: Äh, das

00:06:09: nennt man Lichtverschmutzung, oder?

00:06:12: Genau.

00:06:13: Voll fies verstärkt.

00:06:14: Voll, ne?

00:06:15: Und Jessica meinte, dass wir aber ... Trotzdem richtig viele Sterne sehen können, nämlich im Planetarium.

00:06:23: Da werden die an so eine riesengroße Kuppel projiziert.

00:06:27: Moment mal, das ist dieses Haus, das so dreieckig ist.

00:06:30: So aussieht wie so eine Pyramide, so am Ende von der Augustaanlage.

00:06:35: Stimmt das?

00:06:35: Äh, ja, genau.

00:06:37: Du kennst dich ja richtig gut aus, wenn man hemmt.

00:06:40: Ja,

00:06:41: Fuchsinstinkt ganz normal.

00:06:45: Also auf jeden Fall.

00:06:46: Da können wir nicht nur Sterne angucken, sondern auch Planeten und die Erde

00:06:53: von oben.

00:06:54: Und Astronauten

00:06:55: und

00:06:56: Raketen

00:06:57: und Galaxien.

00:06:59: Ja, genau.

00:07:00: Dann würde ich sagen

00:07:01: ... Jetzt sofort gehen wir ins Planetarium!

00:07:05: Ja, dann los!

00:07:07: Und wenn ihr auch mal so eine Frage habt, dann schreibt uns doch gerne an fred.fuchs-regenbogen.de.

00:07:14: Ganz viel Spaß!

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